5 Essbare Wildkräuter

Autor: Markus Frank-Schagerl
Lesezeit: 7 Minuten
Aktualisiert: 10. Juni 2026

Essbare Wildkräuter – heimische Superfoods aus dem Garten

Wir kennen allerlei exotische Früchte, haben dabei aber vergessen, welche heimischen Superfoods wir direkt vor unserer Haustüre haben. Vom Bärlauch bis hin zum Giersch: essbare Wildkräuter sind für alle zugänglich, regional, saisonal, gesund und noch dazu gratis.

In diesem Artikel findest du 5 essbare Wildkräuter, die du ab jetzt aus deinem Garten auf deinen Teller bringen kannst.

1. Der Löwenzahn

Wir füttern ihn zwar unseren Kaninchen, aber kaum jemand isst ihn noch selbst. Sehr zum Dank vieler Kräuterpädagoginnen und Kräuterpädagogen ist das Sammeln von Wildkräutern wieder voll im Trend. Wir suchen im Garten und auf Wiesen essbare Wildkräuter, die wir sowohl in der Küche, Naturkosmetik als auch in der Naturmedizin verwenden können. So werden auch diese Vitaminbomben jetzt auch wieder vermehrt in der Küche verwendet. Beim Löwenzahn ist die gesamte Pflanze genießbar. Die gelben Blüten eignen sich hervorragend als Dekoration, die jungen Blätter sind köstlich in Salaten, aus den Stängeln kannst du einen Stängel Röhrchensalat machen und aus den Wurzeln lässt sich im Herbst ein Kaffeeersatz zaubern.

Warum sollten wir diese essbaren Wildkräuter essen?

Der Löwenzahn wächst in den meisten Wiesen und ist durch seine Bitterstoffe gut für die Verdauung. Er wirkt harntreibend, hilft bei Leberbeschwerden und wurde in der Volksmedizin auch gegen Gicht oder rheumatische Beschwerden eingesetzt. Außerdem ist er eine richtige Vitaminbombe: Er hat fünfmal so viel Eiweiß, achtmal so viel Vitamin C und doppelt so viel Kalium, Magnesium und Phosphor wie Kopfsalat.

2. Das Gänseblümchen

Das Gänseblümchen kann bereits jedes Kind bestimmen, aber wie viele Kinder oder Erwachsene haben diese Wildpflanzen, die uns fast das gesamte Jahr zur Verfügung stehen auch schon gekostet? Probiert es bei der nächsten Runde im Garten doch einfach einmal aus!

Beim Gänseblümchen sind Blätter, Blüten und Knospen genießbar. Die Blätter schmecken leicht zitronig und sind herrlich erfrischend. Die Blüten und Knospen passen in jeden Salat und die Knospen lassen sich auch als falsche Kapern etwa in Essig oder Öl einlegen, so hast du auch im Winter etwas davon. Herrliche, was essbare Wildkräuter alles können!

Warum sollten wir diese essbaren Wildkräuter essen?

Das Gänseblümchen unterstützt unseren Stoffwechsel, die Blutbildung und hilft bei Hauterkrankungen. Vor allem aber hat es viel Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Vitamin A und C, sowie schwache Saponine, die unser Immunsystem unterstützen.

3. Die Brennnessel

Moment mal, essbare Wildkräuter und Brennnessel, das passt zusammen? Ja, sie brennt, dafür ist sie umso gesünder. Die Brennnessel war früher eine beliebte Küchenpflanze, jetzt liegt es an uns, ihr diesen Platz wieder einzuräumen. Wer das lästige Brennen vermeiden möchte, kann beim Sammeln der Wildpflanzen einfach Handschuhe tragen. Bei unseren Outdoor-Seminaren im Erlebnispädagogik-Lehrgang ist das Sammeln der Brennnesseln und das anschließende Zubereiten eines Brennnessel-Spinats immer ein absolutes Highlight. Dieser Spinat schmeckt besser als jeder gekaufte.

Die jungen Triebspitzen der Brennnessel und die Samen sind besonders köstlich. Schon mal einen Brennnesselspinat probiert? Oder die Samen auf ein Aufstrichbrot gestreut? Einfach herrlich, von einem köstlichen Brennnesseltee einmal abgesehen, den wir auch heute noch gerne trinken. Lass dich nicht davon einschüchtern, wenn du ab und an mal in nervige Brennnessel gegriffen hast, wir versprechen dir, dass diese als essbare Wildkräuter wirklich köstlich sind.

Warum sollten wir diese essbaren Wildkräuter essen? 

Die Brennnessel enthält besonders viel Magnesium, Kalium, Eisen und Silicium, sowie die Vitamine A, C und E und viel Eiweiß. Außerdem wirkt die Pflanze leicht harntreibend und somit Nieren-unterstützend, sie ist gut für die Leber und Galle und wurde auch zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Sie soll den Blutzuckerspiegel senken und Entzündungen hemmen. Kurz und gut, ein absolutes Powerfood.

4. Die Vogelmiere

Als Unkraut verhasst, in der Küche und auch in der Outdoor-Küche allerdings sehr beliebt. Dieses frische grüne Kraut findet man fast das ganze Jahr über in den Wiesen. Sie wächst auch im Winter. Sie schmeckt köstlich nach jungem Mais. Wer sie also aus dem Garten verbannen möchte, bitte nach dem Ausreißen unbedingt essen. Die gesamte Vogelmiere ist essbar, samt Stängel, Blüten und Blättern. Meistens erntet man sie in Büscheln. Sie schmeckt im Salat, in Suppen und lässt sich perfekt mit anderem Gemüse kombinieren.

Warum sollten wir diese essbaren Wildkräuter essen?

Auch dieses essbare Wildkraut ist an heimischer Pflanzenkraft kaum zu überbieten. Die Vogelmiere enthält doppelt so viel Calcium, dreimal so viel Kalium und Magnesium und siebenmal so viel Eisen wie Kopfsalat. Um ein Vielfaches mehr Vitamin A und C, zahlreiche B-Vitamine, sowie Selen oder schwache Saponine die wiederum das Immunsystem anregen. Die Vogelmiere kräftigt den gesamten Organismus und hat eine kühlende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung.

5. Die Gundelrebe

Ein Star unter den essbaren Wildkräutern. Sie findet man in fast jedem Garten und sie treibt Hobbygärtnerinnen und -gärtner oft regelrecht zur Verzweiflung. Uns stört sie allerdings nicht. So haben wir nämlich immer ein herrliches Würzkraut, direkt vor der Haustüre. Sowohl die Blätter, als auch die schönen lila Blüten im Frühjahr sind essbar. Die Pflanze mit den nierenförmigen Blättern wurde schon von unseren Vorfahren, wegen ihres würzigen Geschmacks in der Küche verwendet. Sie diente als klassisches Würzkraut, das fein gehackt viele Speisen aromatisierte. Sie harmoniert herrlich mit Schokolade, wird aber auch in Suppen verwendet und wie andere Kräuter fein geschnitten – auch in Salaten.

Warum sollten wir diese essbaren Wildkräuter essen?

Die in der Gundelrebe enthaltenen Bitterstoffe und die Gerbstoffe machen sie zu einer der besten Entgiftungspflanzen. Sie hilft bei Blasenleiden, Leberbeschwerden und grippalen Infekten, noch dazu enthält sie ätherisches Öl, das antibakteriell wirkt, Vitamin C und Kalium.

Werde diplomierte Wildkräutertrainerin bzw. diplomierter Wildkräutertrainer!

Du interessierst dich für heimische, essbare Wildkräuter und deren Nutzen für uns Menschen? Dann haben wir in diesem Bereich genau die richtige Ausbildung für dich! Bei unserem Lehrgang „Diplomierter Widlkräutertrainer nach Eunike Grahofer“ wird dein Wissensdurst gestillt. Am Lehrplan steht unter anderem das alte Wissen der Heilkräuter und Hausmittel gekoppelt mit den heutigen modernen Forschungsmöglichkeiten. Wenn du dazu noch Fragen hast, dann kontaktiere uns, wir informieren dich gerne.

So, jetzt kennst du schon ein paar essbare Wildkräuter. Nun sind wir gespannt, welche dieser Wildkräuter du in deinem Garten oder rund um dein Haus findest. Wir sind ziemlich sicher, dass die meisten der genannten Kräuter ganz in deiner Nähe wachsen. Also kosten, ausprobieren und wenn du nähere Tipps auch für Rezepte haben möchtest: ganz einfache und köstliche findest in meinem Buch Wildkräuter Outdoorküche. Damit lassen sich essbare Wildkräuter von Giersch über Vogelmiere bis hin zur Gundelrebe leicht bestimmen und auch an Inspirationen zur kreativen Verarbeitung der Kräuter in Kombination mit Gemüse allerlei mangelt es nicht. Für Kinder gibt es außerdem das Buch “Wildkräuter Outdoorküche für Kinder“.

Viel Spaß beim Schmökern, Ausprobieren der Rezepte und natürlich beim Essen! 😉

Weitere spannende Artikel

Wissen
  • Freiheitskompass – Symbolbild für Selbstbestimmung und Orientierung im NEVEREST Blog
    Die effektive Nutzung des Freiheitskompasses, inspiriert von Michael Hyatt, kann einen Wendepunkt in deinem Selbstmanagement und deiner Führungsrolle bedeuten. Dieses leistungsstarke Produktivitäts-Tool hilft dir und deinem Team, effizienter zu arbeiten und gleichzeitig mehr Erfüllung im Berufsalltag zu finden. In diesem Beitrag erfährst du, wie du den Freiheitskompass gezielt einsetzt, um deine Stärken optimal zu nutzen…

    4 Minuten・10. Juni 2026

  • Bei deinem letzten Blutbefund-Gespräch mit dem Hausarzt sind Wörter wie “Triglyceridwert” oder Abkürzungen wie LDL und HDL gefallen? (Und nein, in diesem Falle heißt letztere Abkürzung nicht “hab dich lieb” und der Arzt versucht nicht, dir mit versteckten Botschaften zu vermitteln, dass er dich gern hat… ; ) In diesem Blogartikel erfährst du alles rund…

    15 Minuten・10. Juni 2026

  • Der Bärlauch erfreut sich in der österreichischen Küche im Frühling an großer Beliebtheit. Egal ob als Suppe, Pesto oder pur, wir lieben den kleinen grünen Alleskönner. Da nimmt man sogar den Mundgeruch gern in Kauf, den man beim Bärlauch essen nicht vermeiden kann. 😉 Aber woher hat der Bärlauch eigentlich seinen Namen und was kann…

    24 Minuten・10. Juni 2026

Jetzt starten

Bereit für deine Weiterbildung?

Entdecke unsere Lehrgangsprogramme und starte noch heute.

Alle Lehrgänge ansehen